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Montag, 29. August 2011

Nadine Jarosch jubelt als Dritte und löst das WM-Ticket

 

Die Deutschen Meisterschaften in Göppingen hielten, was sie im Vorfeld versprochen hatten: Turnerische Höchstleistungen und vor allem Spannung, Denn für die besten Turnerinnen und Turner waren die Titelkämpfe gleichzeitig die 2. Qualifikation für die Weltmeisterschaften im Oktober in Tokio, die wiederum die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2012 in London bilden.

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Nadine Jarosch (Detmolder TV von 1860) war mit der Empfehlung nach Göppingen angereist, bei der 1. WM-Qualifikation am 13. August in Altendiez den 2. Platz belegt zu haben. Doch auf diesem Erfolg konnte sie sich nicht ausruhen, da noch niemand für die WM fest gesetzt war. Jeder der WM-Bewerber musste also noch einmal Höchstleistungen zeigen und an sein Limit gehen, um eines der begehrten WM-Tickets zu erkämpfen. „Geht selbstbewusst an die Geräte und begeistert uns mit Ausdruck und turnerischem Können“, lautete daher auch die Ansage von Cheftrainerin Ulla Koch, die nach dem letzten Training vor „ihre“ Turnerinnen ein letztes Mal auf den entscheidenden Mehrkampf einstimmte.

 

Und dann konnte es am Samstagabend in der EWS-Arena von Göppingen losgehen. Mit stehenden Ovationen empfingen gut 2000 Zuschauer die 24 Turnerinnen zum Mehrkampffinale. „Ich bin mir sicher, dass wir bei den Frauen einen ebenso begeisternden  Wettkampf sehen werden, wie das bei den Männern der Fall war“, so DTB-Präsident Rainer Brechtken zur Begrüßung.

 

Nadine Jarosch begann ihren Wettkampf am Stufenbarren,  turnte ihre Übung mit gewohnter Souveränität durch und erhielt dafür erstmalig 14,00 Punkte. Ein toller Auftakt!

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 Der Balken wollte bei den zum Favoritenkreis zählenden Turnerinnen nicht so recht laufen. Bis auf Kim Bui (MTV Stuttgart), die bei der 1, WM-Qualifikation siegreich war, mussten alle anderen Konkurrentinnen das „Zittergerät“ einmal verlassen. So auch Nadine Jarosch, die aber den Rest der Übung so sicher präsentierte, dass sie immerhin noch 12,60 Punkte bekam.

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Inzwischen hatte sich der Stufenbarren beim Umbau für die größeren Turnerinnen verzogen und musste ausgetauscht werden. Da ein Ersatzbarren in der EWS-Arena nicht zur Verfügung stand, konnte der Wettkampf nur an drei Geräten fortgesetzt werden. Eine Situation, wie sie  bei einer Deutschen Meisterschaft noch nicht vorgekommen ist. Auch DTB-Präsident Rainer Brechtken konnte sich nicht erinnern, bisher so etwas miterlebt zu haben.

 

Nadine setzte unterdessen ihren Wettkampf am Boden fort und begeisterte die Zuschauer  mit haushohen akrobatischen Sprüngen und Kombinationen.

Vor allem ihr Tsukahara (Doppelsato rückwärts mit integrierter ganzer Drehung um die Längenachse) am Anfang und die Dreifachschraube am Schluss waren eine Augenweide. Auch für die Kampfrichterinnen, die sie mit der Höchstnote von 13,95 Punkten an diesem Gerät belohnten.

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Vor dem letzten Gerät ergab sich folgender Zwischenstand: 1. Kim Bui (MTV Stuttgart) 41, 10; 2, Elisabeth Seitz (TG Mannheim) 41,05 Pkt.; 3. Nadine Jarosch  40,550. Es war also für die Mehrkampfentscheidung größte Spannung angesagt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Nadine Jarosch eröffnete dann den vierten Gerätedurchgang am Sprung mit einem hohen und sicher gestandenen Yurtschenko (Rondatsprung gestreckt mit eineinhalb Drehungen um die Längenachse) und freute sich über ihre zweite 14er-Wertung an diesem Tag. Damit stand fest, dass ihr der 3. Platz im Mehrkampf nicht mehr zu nehmen war. Trainer Michael Gruhl atmete tief durch und Stützpunktleiter Hans-Joachim Dörrer riss jubelnd beide Arme hoch. Denn mit dem auf 54,85

Pkt. gesteigerten Mehrkampfergebnis hatte Nadine das WM-Ticket gelöst – eine grandiose Leistung, zu der sie von allen Seiten großes Lob bekam. Wie beispielsweise vom Sportdirektor des Deutschen Turner-Bundes, Wolfgang Willam, der Nadine mit den Worten gratulierte: „Congratulation my Lady!“

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Während die letzten Turnerinnen nach einer 20minütigen Pause ihre Stufenbarrenübungen am herbeigeholten neuen Gerät nachholten, gaben die drei Erstplatzierten schon eine kleine Pressekonferenz. Nadine war dabei einfach nur glücklich und fasste ihre Eindrücke wie folgt zusammen: „Ich bin vom Wettkampf und dem Ergebnis überwältigt. Bei der WM dabei zu sein, ist einfach nur geil.“

 
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