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Nadine Jarosch jubelt als Dritte und
löst das WM-Ticket
Die Deutschen Meisterschaften in Göppingen hielten, was sie
im Vorfeld versprochen hatten: Turnerische Höchstleistungen und vor allem
Spannung, Denn für die besten Turnerinnen und Turner waren die Titelkämpfe
gleichzeitig die 2. Qualifikation für die Weltmeisterschaften im Oktober in
Tokio, die wiederum die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2012 in London
bilden.
Nadine Jarosch (Detmolder TV von 1860) war mit der
Empfehlung nach Göppingen angereist, bei der 1. WM-Qualifikation am 13. August
in Altendiez den 2. Platz belegt zu haben. Doch auf diesem Erfolg konnte sie
sich nicht ausruhen, da noch niemand für die WM fest gesetzt war. Jeder der
WM-Bewerber musste also noch einmal Höchstleistungen zeigen und an sein Limit
gehen, um eines der begehrten WM-Tickets zu erkämpfen. „Geht selbstbewusst an
die Geräte und begeistert uns mit Ausdruck und turnerischem Können“, lautete
daher auch die Ansage von Cheftrainerin Ulla Koch, die nach dem letzten
Training vor „ihre“ Turnerinnen ein letztes Mal auf den entscheidenden
Mehrkampf einstimmte.
Und dann konnte es am Samstagabend in der EWS-Arena von
Göppingen losgehen. Mit stehenden Ovationen empfingen gut 2000 Zuschauer die 24
Turnerinnen zum Mehrkampffinale. „Ich bin mir sicher, dass wir bei den Frauen
einen ebenso begeisternden Wettkampf
sehen werden, wie das bei den Männern der Fall war“, so DTB-Präsident Rainer
Brechtken zur Begrüßung.
Nadine Jarosch begann ihren Wettkampf am Stufenbarren, turnte ihre Übung mit gewohnter Souveränität
durch und erhielt dafür erstmalig 14,00 Punkte. Ein toller Auftakt!
Der Balken wollte bei den zum Favoritenkreis zählenden
Turnerinnen nicht so recht laufen. Bis auf Kim Bui (MTV Stuttgart), die bei der
1, WM-Qualifikation siegreich war, mussten alle anderen Konkurrentinnen das „Zittergerät“
einmal verlassen. So auch Nadine Jarosch, die aber den Rest der Übung so sicher
präsentierte, dass sie immerhin noch 12,60 Punkte bekam.
Inzwischen hatte sich der Stufenbarren beim Umbau für die
größeren Turnerinnen verzogen und musste ausgetauscht werden. Da ein
Ersatzbarren in der EWS-Arena nicht zur Verfügung stand, konnte der Wettkampf
nur an drei Geräten fortgesetzt werden. Eine Situation, wie sie bei einer Deutschen Meisterschaft noch nicht
vorgekommen ist. Auch DTB-Präsident Rainer Brechtken konnte sich nicht
erinnern, bisher so etwas miterlebt zu haben.
Nadine setzte unterdessen ihren Wettkampf am Boden fort und
begeisterte die Zuschauer mit haushohen
akrobatischen Sprüngen und Kombinationen.
Vor allem ihr Tsukahara (Doppelsato rückwärts mit
integrierter ganzer Drehung um die Längenachse) am Anfang und die
Dreifachschraube am Schluss waren eine Augenweide. Auch für die Kampfrichterinnen,
die sie mit der Höchstnote von 13,95 Punkten an diesem Gerät belohnten.
Vor dem letzten Gerät ergab sich folgender Zwischenstand: 1.
Kim Bui (MTV Stuttgart) 41, 10; 2, Elisabeth Seitz (TG Mannheim) 41,05 Pkt.; 3.
Nadine Jarosch 40,550. Es war also für
die Mehrkampfentscheidung größte Spannung angesagt.
Nadine Jarosch eröffnete dann den vierten Gerätedurchgang am
Sprung mit einem hohen und sicher gestandenen Yurtschenko (Rondatsprung
gestreckt mit eineinhalb Drehungen um die Längenachse) und freute sich über
ihre zweite 14er-Wertung an diesem Tag. Damit stand fest, dass ihr der 3. Platz
im Mehrkampf nicht mehr zu nehmen war. Trainer Michael Gruhl atmete tief durch
und Stützpunktleiter Hans-Joachim Dörrer riss jubelnd beide Arme hoch. Denn mit
dem auf 54,85
Pkt. gesteigerten Mehrkampfergebnis hatte Nadine das
WM-Ticket gelöst – eine grandiose Leistung, zu der sie von allen Seiten großes
Lob bekam. Wie beispielsweise vom Sportdirektor des Deutschen Turner-Bundes,
Wolfgang Willam, der Nadine mit den Worten gratulierte: „Congratulation my
Lady!“
Während die letzten Turnerinnen nach einer 20minütigen Pause
ihre Stufenbarrenübungen am herbeigeholten neuen Gerät nachholten, gaben die
drei Erstplatzierten schon eine kleine Pressekonferenz. Nadine war dabei einfach
nur glücklich und fasste ihre Eindrücke wie folgt zusammen: „Ich bin vom
Wettkampf und dem Ergebnis überwältigt. Bei der WM dabei zu sein, ist einfach
nur geil.“
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